Positives Denken ?? Nein danke !!



"Positives Denken macht krank", sagt der Psychotherapeut Günter Scheich in seinem gleichnamigen Buch. Und so ist es. Dennoch ist positives Denken ein erster Schritt in die richtige Richtung, ein Betreten von Neuland. Bemerkenswert ist es aus zwei Gründen. Es setzt ein Nachdenken über das Denken voraus: Denken über das Denken! Wissen vom Wissen! Ein höheres Bewusstsein! Zweitens befasst es sich mit dem Einfluss des Denkens auf das Unbewusstsein.
Beide Bestrebungen sind richtungsweisend und wegweisend, nur darf man hier nicht einfach beim Wunschdenken stehen bleiben! Schon vor 50 Jahren hat Viktor Frankl das Prinzip der paradoxen Intentionen entwickelt. Das war negatives Denken! Und es war in den entsprechenden Situationen wesentlich nützlicher als das positive Denken. 

Der neurotisch beeinträchtigte Mensch wird von seiner Angst beherrscht. Gegen diese Angst könnte er etwas tun, sich dagegen auflehnen, sich damit auseinander setzen, wenn er nur etwas von ihr wüsste! Aber wie ein Dauereindruck, etwa ein Dauergeräusch, ein dauernd einwirkender Geruch nach einiger Zeit nicht mehr wahrge- nommen wird, so wird auch eine seit früher Kindheit gegebene Angst nicht mehr wahrgenommen. Sie bestimmt zwar Tag für Tag das Denken und Verhalten, aber ihr Vorhandensein ist zu selbstverständ- lich geworden, als dass sie noch in Frage gestellt werden könnte. Das nennt man Verdrängung durch Isolation. In dieser Situation nützen auch Mut und Intelligenz nichts. Denn was nützen blanke Rüstung und scharfes Schwert gegen einen Gegner, der unsichtbar ist? 

Wenn man von einem Gefühl beherrscht wird, dann bleibt für andere Gefühle kein Raum. Gefühle sind aber wichtig! Wenn keine Neugier, keine Erwartungshaltung da sind, dann ist auch keine Motivation vorhanden, überhaupt etwas zu tun, etwas zu lernen, zu arbeiten. 

Aus solcher inneren Pattsituation, in der die eigenen Gefühle sich gegenseitig lahmlegen, heraus zu finden! Damit befasst sich dieses Buch:
 


Ego cogito, ego mutabo